Raus aus der Defensive – 01.08. – PROJEKTE VERTEIDIGEN!

by LEIPZIGBESETZEN, Wir besetzen Dresden und #besetzen


„Wir haben nichts zu verlieren als die nächste Mietererhöhung“ hieß es auf den allerersten Plakaten zum Berliner „Frühling der Besetzungen“ 2018. Mit den angedrohten Räumungen vieler selbstverwalteter Räume in Berlin müssen wir das korrigieren: Wir haben nicht nur Räume zu verlieren, sondern eine ganze Idee. Als #besetzen, LEIPZIG BESETZEN und Wir Besetzen Dresden erklären wir uns deshalb solidarisch mit allen bedrohten Projekten und jenen, die für den Erhalt ihrer Räume und gegen ihre Verdrängung durch die Stadt der Reichen kämpfen.


Dabei sind die angedrohten Räumungen von Syndikat, Potse, Meuterei und Liebig34 sowie die Teilräumung der Rigaer94 am 09. Juli keine Einzelfälle. Neben den täglichen Zwangsräumungen von einzelnen Wohnungen wurden in den letzten Jahren auch jegliche Besetzungen unter dem Namen von #besetzen, sowie den vielen diesen voraus gehenden Besetzungen in Berlin, geräumt. Auch an anderen Orten in Deutschland sah das nicht anders aus: Egal ob die Putzi in Dresden, bei den Squatting Days in Freiburg oder die aktuellen Barrikadenräumungen im Hambi.


Never trust a state


Berliner Beispiele wie Räumungen durch staatliche Institutionen – im Falle des Dragoner Areals die BIM, in der Borni die landeseigene Stadt & Land, oder durch den Bezirk im Falle des Jugendzentrum Potse/Drugstore – oder aber die Räumung des Sabot Garden in Zeiten in denen angeblich ein Räumungsmoratorium besteht, verdeutlichten immer wieder, dass auf die Worte dieses Senats nichts zu geben ist. Für die Verteidiger*innen des Kapitals ist es nicht einmal tolerierbar, wenn sich ein Mensch 2m² in einer dunklen Ecke unter einer Brücke nimmt, um dort ein Zelt oder eine Matratze aufzubauen. Auch diese Personen müssen geräumt werden, damit auch diejenigen in den prekärsten Wohnverhältnissen wissen, dass das Prinzip des Privateigentums wichtiger ist als die menschliche Würde, selbst wenn es sich um Eigentum des Staates handelt.


Das Ziel der staatlichen Gewalt ist nicht nur das Beseitigen von autonomen und selbstverwalteten Räumen, sondern von der Idee der Selbstverwaltung als solche. Aufgrund der Räumungen wird immer wieder an der Praxis von Besetzungen gezweifelt. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns jedoch verdeutlicht, dass autonome und selbstverwaltete Räume den Kampf wert sind. Es sind die aufgeregten Versammlungen in den besetzen Räumen, die kreative Kraft die sich dort freisetzt, die Menschen die nicht nach Hause gehen wollen. Wir erinnern uns gerne an die hunderte Menschen die sich spontan bei der Besetzung der Wrangelstraße solidarisierten, an die Stunden in der Putzi oder den Squatting Days in Freiburg.


Es geht um eine ganze Bewegung


Ob Zentren, Kneipen, Häuser oder Infoläden – diese Orte haben gemeinsam, dass sie sich in Zeiten in denen im Herzen der Bestie zunehmend jeder Bereich unseres Lebens reglementiert und kontrolliert ist, selbst verwalten, ihren Betrieb oder ihr Wohnen kollektiv organisieren. Es sind also nicht nur diese Räume, sondern auch ein anderes Miteinander, welches durch Kollektivität und Selbstverwaltung ensteht, was hier erkämpft wurde.Dieser Kampf um Autonomie und Selbstverwaltung besteht zumeist aus den tagtäglichen und alltäglichen Dingen eines anderen Miteinander – die gerechte Verteilung von Repro-Arbeit, die zähen Plena, das Entlernen von Diskriminierenden Denkweisen, die Solidarität untereinander. Doch gibt es in diesem Kampf auch immer wieder Kristallaisationspunkte, Momente in denen der Kampf sich nicht auf das Schaffen von anderen gesellschaftlichen Zuständen konzentriert, sondern sich allein gegen die Interessen des Kapitals, und seinem Bittsteller Staat verteidigen muss.

So wurde 2007 die Räumung der Kopi kurzfristig abgesagt, nachdem der Räumungsandrohung Wochen von militanten Aktionen folgten. Die Zukunft der Yorckstraße59 wurde 2009 gesichert in der Neubesetzung des NewYorck59. Projekte wie die Liebig34 und Rigaer94 gäbe es heute nicht, hätte es nicht den militanten Widerstand während der Räumung der Mainzer Straße gegeben, was zu einem Wendepunkt in der damaligen Politik führte und die spätere Legalisierung anderer Häuser überhaupt erst möglich machte. Doch zeigt die Geschichte der Mainzer Straße vor allem auch, dass es weder um einzelne Räume geht noch um die Kollektive die sie und sich dort selbst verwalten. Es geht um eine Bewegung, ihre Ideen und den Kampf um diese Ideen.


Lasst uns am 1. August gemeinsam auf die Straße gehen – fürs Syndi, für die Meute, für die Liebig34, die Potse, für die Rigaer94, für uns alle, für ein anderes Berlin und ein besseres morgen. Auf einen heißen Sommer!
Kommt zum wütenden Räumungsauftakt nach Berlin!


TAG X // 21 Uhr // Sponti 

01. August // 20 Uhr // Herrfurthplatz (Neukölln)

07. August // 9 Uhr // Syndikatsräumung verhindern

Wir besetzen Dresden, LEIPZIGBESETZEN & #besetzen

#besetzenLive: Praktische Solidarität in Zeiten von Corona

Im Rahmen des HousingActionDays2020 haben wir heute zehn Wohnungen in sechs verschiedenen Stadtteilen besetzt, darunter Ferienwohnungen, Leerstand und ehemals besetzte Wohnungen, wie in der Berlichingenstraße 12. Außerdem wurden eine Scheinbaustelle in Moabit und ein Haus in der Wöhlerstraße 21 in Mitte besetzt.

Diese Wohnungen sollen in den kommenden Tagen Menschen übergeben werden, die dringend Wohnraum benötigen. Angesichts der zehntausenden wohnungslosen Menschen in Berlin ist das natürlich nicht mehr als ein Tropfen auf einem brennend heißen Stein, aber es kann ein Anfang sein, wenn andere es uns gleichtun. Weder auf diesen Staat, noch die EU ist sich zu verlassen, nicht im Alltag und noch weniger in der Krise. Mit der Aufzeichnung unserer Aktionen wollen wir andere dazu ermutigen, vorhandene Räume zu nutzen und sich praktisch solidarisch zu zeigen – die Zeit der großen Worte ist endgültig vorbei.

Hier findet ihr unseren Aufruf: #besetzenLive
Hier findet ihr die Aufzeichnung unseres Livestreams: twitch.tv/hashtagbesetzen/videos

Wir wollen auch nochmal auf die Angebote unserer Genoss*innen verweisen:
sleepingplaceberlin.wordpress.com
berliner-obdachlosenhilfe.de

Intro

Abschlussstatement

Objekte

#01 Leerstehendes Haus

#02 Leerstehende Wohnung

#03 + #04 Zwei leerstehende Wohnungen

#05 Leerstehende Wohnung

#06 Leerstehende Wohnung

#07 Leerstehende Wohnung

#08 Leerstehende Wohnung

No video :/

#09 Leerstehende Wohnung

No video :/

#10 AirBnB Wohnung

#11 Ehmalige Schule

#12 Scheinbesetzung Wöhlertstaße

#besetzenLive

// wir waren live – eine Aufzeichnung findet ihr hier //
// In english – en español //

„Wir werden besetzen…

…bis wir es nicht mehr müssen“, haben wir immer geschrieben. Diese Formulierung kann in Zeiten des „Katastrophenfalls“ erweitert werden um einen Appell: „Ihr müsst mitmachen!“

COVID-19 überrollt immer mehr Gegenden dieser Welt und es zeigt sich, dass der sogenannte Katastrophenfall die Regel ist. Denn dort, wo Menschen vom vermeintlich notwendig-strengen Vater Staat aufgerufen werden: „Bleibt zu Hause!“, haben längst nicht alle ein zu Hause. Als wäre das nicht schon schlimm genug, treibt der Staat selbst seit Langem durch Zwangsräumungen die Zahlen von Obdach- und Wohnungslosen in die Höhe. Gleichzeitig schließt er Tagesstätten, die die Obdachlosen für das mickrige Gnadenbrot und ein bisschen Seife und Wasser brauchen. In seiner dreisten Doppelmoral ermahnt er uns dann altväterlich, „Achtet auf Hygiene!“

„Meidet soziale Kontakte!“, fordern die Regierungen von uns. Doch wohin sollen sich Geflüchtete zurück ziehen, wenn sie in Lager und Abschiebeknäste an den europäischen Außengrenzen und der deutschen Peripherie zusammen gepfercht sind? Mit den Menschenrechten – wie auf Asyl, Bewegungsfreiheit und Wohnen – wurde ihnen auch die Möglichkeit genommen, sich effektiv gegen COVID-19 zu schützen.

Hierzulande ist die Katastrophe, dass nicht einmal die letzten kaputt gesparten Reste dieses Gesundheitssystems für alle zugänglich sind. Es ist eine gesellschaftliche Farce, dass Ärzt*innen, Sanitäter*innen und Pflegepersonal, die diesen Notstand schon lange vor COVID-19 ausgerufen haben, ignoriert wurden. Für diesen können sie am wenigsten und sie verdienen unsere volle Solidarität. Sie werden – wie in Italien – bald die Entscheidung treffen müssen, wer leben darf und wer sterben muss. Das allein ist schon katastrophal.

Die Katastrophe heißt Kapitalismus. Und er ist die Regel.

Seit Tagen fordern Mieter*innen, Sozialverbände und sozialdemokratische Parteien die Beschlagnahmung von Ferienwohnungen und Leerstand, um sie Wohnungslosen und Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen. Während Wohnungen eindeutig den effektivsten Schutz vor dem Coronavirus bieten, hat die Stadt Berlin 350 Plätze in einer Jugendherberge und einer Kältehilfeeinrichtung geschaffen. Das als Solidarität zu verkaufen, ist zynisch.

In der aktuellen Situation ist die Beschlagnahmung von Wohnraum gesellschaftliche Pflicht.
Deswegen werden wir besetzen und ihr müsst mitmachen!

Weitere Infos folgen. Heute um 15 Uhr gehen wir online.

#besetzen #HousingActionDay2020

Allgemeines Statement zu Repression

Squat the city, fight the law!

Berlin im Herbst 2019: Auf der einen Seite tausende Menschen, die auf der Straße leben, Hunderttausende die sich die Miete nicht mehr leisten können, ganze Nachbar*innenschaftsstrukturen, die zerstört werden. Auf der anderen Seite Unternehmen, die Wohnraum leerstehen lassen und auf Kosten der Mieter*innen Profite erzielen. Die Armen werden ärmer, die Reichen werden reicher. Diese Entwicklung ist systembedingt und kann nur antikapitalistisch gestoppt werden!

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Vorläufige Stellungnahme zur Besetzung in der Frankfurter Allee 187

Heute haben wir als Teil von #besetzen im Rahmen der TuMalWat-Aktionstage das Haus in der Frankfurter Allee 187 besetzt. Nach gescheiterten Gesprächen mit dem Geschäftführer der BIM (Berliner Immobilien Management) haben wir das Haus gegen 1:30 selbstbestimmt verlassen.

Der Tag hat hat sehr erfolgreich damit begonnen, dass sich an den zuvor angekündigten Vortreffpunkten viele Menschen versammelten, um gemeinsam mit uns zu Besetzen. Diese erreichten ohne Schwierigkeiten alle ihr Ziel. Im Laufe des Tages beteiligten sich insgesamt ca 400 Menschen an der Aktion.

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Haus in der Frankfurter Allee 187 besetzt

#Frankfurter187

Heute haben wir, als Teil von #besetzen im Rahmen der TuMalWat-Aktionstage, das Haus in der Frankfurter Allee 187 besetzt. Mit der Besetzung wollen wir uns neue Räume aneignen und einen unkommerziellen, selbstverwalteten Ort schaffen, an dem sich Menschen begegnen und organisieren können. Mit der Besetzung eignen wir uns neue Räume an und schaffen einen unkommerziellen, selbstverwalteten Ort, an dem Menschen sich begegnen und organisieren können. Die Besetzung zeigt, dass wir die Verdrängung von Mieter*innen und emanzipatorischen Räumen, die momentan in Berlin stattfindet, nicht widerstandslos hinnehmen.

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Wagentage in Berlin! DieselA besetzt erneut ein leerstehendes Grundstück!

Diese Erklärung stammt nich von #besetzen, sondern von der queerfeministischen Wagengruppe DieselA. Wir veröffentlichen sie hier aus Solidarität mit der Gruppe, die in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal ein leerstehendes Grundstück besetzt hat. Ursprünglich wurde der Text auf Indymedia veröffentlicht.


Wagentage in Berlin! DieselA besetzt erneut ein leerstehendes Grundstück!

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Wir werden am 28.9. wieder besetzen!

Im Rahmen der Tu.Mal.Wat-Aktionstage

Wir wollen mit euch einige neue Ansätze ausprobieren! Zum einen wollen wir diesmal durch öffentliche Vortreffpunkte deutlich mehr Menschen die Möglichkeit geben an der Aktion teilzunehmen. Damit wir nicht geräumt werden, wollen wir so viele Menschen wie möglich in den Gebäuden sein und Eingänge zu den Gebäuden mit unseren Körpern blockieren.

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